Website erstellen: Dauer 4 bis 12 Wochen
Wie lange dauert eine Unternehmenswebsite? Realistische Zeitpläne nach Umfang, häufige Verzögerungen und was KI daran wirklich ändert.

Der Messetermin steht, der Produktlaunch auch, und die neue Website soll vorher live sein. Im Angebot steht eine Projektdauer von ungefähr acht Wochen. Aber wie lange dauert es wirklich, eine Unternehmenswebsite zu erstellen, und wovon hängt dieser Zeitrahmen ab?
Die Zahl im Angebot ist nur dann belastbar, wenn Umfang, Inhalte und Entscheidungen geklärt sind. Dieser Beitrag zeigt dir realistische Zeitpläne und die Stellen, an denen aus sechs Wochen schnell zwölf werden.
Die kurze Antwort: 4 bis 12 Wochen
Für die meisten Unternehmenswebsites ist eine Dauer von 4 bis 12 Wochen realistisch. Eine kleine Seite mit vorhandenen Inhalten liegt eher am unteren Ende. Individuelles Design, viele Inhalte, mehrere Sprachen oder Schnittstellen verschieben den Launch nach hinten.
Aus meiner Projekterfahrung lassen sich diese Zeiträume als Orientierung nutzen:
| Umfang | Realistische Dauer |
|---|---|
| Onepager oder Landingpage, Inhalte vorhanden | 1 bis 2 Wochen |
| Kleine Unternehmensseite, 5 bis 8 Seiten, CMS, Standardfunktionen | 4 bis 6 Wochen |
| Klassische KMU-Website, 10 bis 20 Seiten, Blog, Formulare, individuelles Design | 6 bis 12 Wochen |
| Komplexes Projekt mit Mehrsprachigkeit, Schnittstellen, Portal oder Shop | 12 bis 20 Wochen und mehr |
Das ist Kalenderzeit, nicht Arbeitszeit. Ein Projekt über sechs Wochen bedeutet nicht sechs Wochen Vollzeitarbeit. Darin stecken Abstimmung, Feedback, Freigaben und Wartezeiten.
Wenn du neben dem Zeitplan auch ein Budget einordnen musst, findest du hier, was diese Umfänge jeweils kosten.
Woraus sich die Zeit zusammensetzt
Ein Website-Projekt besteht nicht nur aus Design und Code. Bevor die erste Seite umgesetzt wird, müssen Ziele, Struktur und Inhalte geklärt sein. Danach folgen Tests, Korrekturen und der eigentliche Launch.
Bei einer klassischen KMU-Website verteilt sich die Projektzeit nach meiner Erfahrung ungefähr so:
- Konzept, Struktur und Ziele: 10 bis 20 Prozent. Hier wird festgelegt, wen die Website erreichen soll, welche Seiten nötig sind und welche Handlung Nutzer ausführen sollen.
- Design und Abstimmung: 25 bis 35 Prozent. Aus Struktur und Marke entstehen Seitenlayouts und wiederverwendbare Komponenten. Dazu gehören auch die Feedbackschleifen.
- Umsetzung und CMS-Anbindung: 25 bis 35 Prozent. Das Design wird responsiv umgesetzt und mit einem Content-Management-System verbunden. Wie die CMS-Anbindung technisch aussieht, erkläre ich am Beispiel von Kirby und Nuxt.
- Inhalte, Tests, Korrekturen und Launch: 20 bis 25 Prozent. Texte und Bilder werden eingepflegt, Formulare geprüft, mobile Ansichten getestet und letzte Fehler beseitigt.
Die Prozentwerte sind Erfahrungswerte, keine unabhängige Studie. Je nach Projekt verschieben sie sich. Wenn die Inhalte schon sauber vorbereitet sind, wird der letzte Block kleiner. Wenn die Marke neu positioniert werden muss, wächst der Konzept- und Designanteil.
Auch scheinbar kleine Wartezeiten summieren sich. Zwei Abstimmungsrunden mit jeweils fünf Tagen bis zum Feedback verlängern den Zeitplan um zwei Wochen. In dieser Zeit wird nicht zehn Tage lang entwickelt. Der Kalender läuft trotzdem weiter.
Warum Website-Projekte länger dauern als geplant
Die Entwicklung ist selten der Teil, der einen Website-Zeitplan sprengt. Die häufigsten Verzögerungen entstehen vor dem Code: bei unfertigen Inhalten und einem unklaren Umfang.
Die Inhalte fehlen
Texte, Bilder, Referenzen, Teamfotos und Ansprechpartner wirken am Projektstart wie Details. Im Design bestimmen sie aber Länge, Hierarchie und Wirkung jeder Seite. Ein Leistungsbereich mit drei Angeboten braucht eine andere Gestaltung als einer mit neun. Ein echtes Kundenfoto verhält sich anders als ein grauer Platzhalter.
Wird zuerst mit Platzhaltern gestaltet, muss später vieles erneut angepasst werden. Überschriften brechen anders um, Bilder haben andere Formate und ein vermeintlich kurzer Text wird plötzlich zur halben Broschüre. Platzhalter sparen am Anfang Zeit und stellen sie später mit Aufschlag in Rechnung.
Die Inhalte müssen nicht perfekt formuliert sein. Eine belastbare Rohfassung vor dem Design reicht oft schon, um Seiten sinnvoll aufzubauen.
Der Umfang wächst unterwegs
Ein Karrierebereich, der "noch schnell" dazukommt, ist nicht nur eine zusätzliche Seite. Häufig braucht er eine eigene Vorlage, Stellenübersichten, Detailseiten, ein Bewerbungsformular, Datenschutzprüfung und einen Freigabeprozess.
Dass während eines Projekts neue Ideen entstehen, ist normal. Problematisch wird es nur, wenn jede Idee stillschweigend Teil des ursprünglichen Zeitplans werden soll. Ein schriftlich festgehaltener Umfang schafft hier Klarheit. Gute Ergänzungen kommen bewusst in eine zweite Phase, statt den ersten Launch immer weiter zu verschieben.
Zu viele Freigabeebenen
Wenn Marketing, Geschäftsführung, Vertrieb und externe Partner einzeln Feedback geben, entsteht schnell eine Warteschlange. Hilfreich ist eine Person, die Rückmeldungen bündelt und Entscheidungen treffen darf. So bekommt das Projekt eine klare Antwort statt vier teilweise widersprüchlicher Kommentare.
Was KI wirklich beschleunigt und was nicht
KI kann die Dauer eines Webdesign-Projekts verkürzen. Besonders gut funktioniert das bei wiederkehrender Umsetzung: ähnliche Komponenten, Datenstrukturen, Migrationen, Übersetzungsentwürfe, Tests und technische Routinearbeit entstehen schneller.
Nicht schneller werden dadurch die grundlegenden Entscheidungen. KI weiß nicht, welches Angebot für dein Unternehmen im Mittelpunkt stehen soll. Sie kann keine interne Freigabe erteilen, keine fehlenden Teamfotos aufnehmen und keine rechtliche Verantwortung übernehmen. Auch Inhalte, Abstimmung und ein unklarer Umfang bleiben dieselben Engpässe.
Der DORA Report 2025 beschreibt genau diese Spannung: Eine hohe KI-Nutzung erhöht den Durchsatz, gleichzeitig steigt die Instabilität. Für ein Website-Projekt heißt das: Schneller gebaut bedeutet nicht automatisch früher fertig, wenn ungeprüfte Ergebnisse am Ende mehr Nacharbeit verursachen.
Auch die bekannte Behauptung, KI mache erfahrene Entwickler 19 Prozent langsamer, braucht eine Aktualisierung. Im METR-Update vom Februar 2026 erklärt das Forschungsteam sein Folgeexperiment wegen starker Selektionseffekte für unzuverlässig. METR geht inzwischen eher von einer Beschleunigung aus. Wie groß sie ist, bleibt offen.
Ein eigener Vergleichspunkt ist das Conlivo-Projekt. Die Unternehmenswebsite mit zwei Repositories, 86 Vue-Komponenten und 20 pflegbaren Inhaltsbausteinen entstand in 39 Tagen, also knapp sechs Wochen. Wie diese knappen sechs Wochen zustande kamen, zeigt die ausführliche Case Study.
KI hat dort die wiederkehrende Arbeit beschleunigt. Konzept, Architektur, Designentscheidungen und Qualitätssicherung blieben menschliche Aufgaben. Genau deshalb dauern die letzten zehn Prozent einer KI-Website oft so lange.
Drei Zeitpläne aus der Praxis
Konkrete Szenarien zeigen besser als ein allgemeines Phasenmodell, wie ein Website-Projektplan aussehen kann.
1. Landingpage für eine Kampagne: 10 Arbeitstage
Das Angebot steht fest, Texte und Bilder liegen vor und die Seite hat ein klares Ziel. In den ersten zwei Tagen entstehen Struktur und Designrichtung. Danach folgen Umsetzung, mobile Anpassung, Tracking, Formularprüfung und eine gemeinsame Korrekturrunde.
Dieser Zeitplan funktioniert nur, wenn die Inhalte wirklich fertig sind und eine Person Feedback gibt. Muss das Angebot währenddessen noch intern abgestimmt werden, wird aus den zehn Arbeitstagen schnell ein Monat.
2. KMU-Website mit CMS: 8 Wochen
Geplant sind 12 Seiten, individuelle Gestaltung, ein Blog, Kontaktformulare und ein CMS. Struktur und Design brauchen rund drei Wochen, die Umsetzung weitere drei. Tests, Einpflege und Launch belegen die letzten beiden Wochen.
In diesem Beispiel entstehen einige Texte und Bilder erst im Projekt. Zwei Wochen der gesamten Laufzeit sind deshalb Wartezeit. Das ist ein normaler Projektverlauf, sollte aber im Zeitplan sichtbar sein.
3. Relaunch mit 60 URLs: 12 Wochen
Ein Relaunch übernimmt nicht einfach die alte Website in einem neuen Design. Bestehende Inhalte müssen geprüft, zusammengeführt oder aussortiert werden. Für geänderte URLs braucht es Weiterleitungen, damit Nutzer und Suchmaschinen nicht auf Fehlerseiten landen.
Zu Konzept, Design und Umsetzung kommen deshalb Inhaltsmigration, Redirect-Konzept und eine Prüfung aller wichtigen Seiten. Bei umfangreichen Websites sind 10 bis 14 Wochen realistisch. Was bei einem Relaunch zusätzlich zu planen ist, findest du in meinem ausführlichen Relaunch-Guide.
So sparst du selbst zwei bis vier Wochen
Die größten Zeitgewinne entstehen nicht durch noch schnelleres Programmieren. Sie entstehen durch Vorbereitung und kurze Entscheidungswege.
- Sammle Inhalte vor dem Projektstart. Auch unfertige Texte, vorhandene Fotos und eine Liste der wichtigsten Referenzen sind besser als leere Platzhalter.
- Benenne eine entscheidungsbefugte Person. Sie bündelt internes Feedback und gibt eine klare Rückmeldung an das Projektteam.
- Plane Feedbacktermine im Voraus. Wenn die Termine schon im Kalender stehen, wartet ein fertiger Entwurf nicht eine Woche auf den nächsten freien Slot.
- Halte den Umfang schriftlich fest. Neue Ideen dürfen bleiben, kommen aber bewusst in eine zweite Phase.
- Kläre Zugänge früh. Domain, Hosting, Analytics, Schriften und externe Dienste sollten nicht erst in der Launch-Woche gesucht werden.
Damit lässt sich die Website-Projektdauer in der Praxis oft um zwei bis vier Wochen verkürzen. Vor allem wird der Termin verlässlicher, weil weniger Entscheidungen spontan getroffen werden müssen.
Wann Eile teuer wird
Ein enger Termin zwingt zu Prioritäten. Das kann sinnvoll sein. Gefährlich wird es, wenn unsichtbare Qualitätsarbeit gestrichen wird, damit die Startseite pünktlich gut aussieht.
Barrierefreiheit gehört von Anfang an in Design und Umsetzung. Kontraste, Tastaturbedienung, Formulare, Fokusführung und verständliche Struktur lassen sich nicht seriös in der letzten Woche ankleben. Was das BFSG konkret verlangt, hängt vom Angebot und vom Unternehmen ab.
Auch technisches SEO und eine saubere Seitenstruktur rächen sich nicht sofort. Fehlende Weiterleitungen, unklare Überschriften oder schlecht indexierbare Inhalte werden oft erst Wochen oder Monate nach dem Launch sichtbar. Dann ist der Messetermin zwar geschafft, aber ein Teil der bestehenden Sichtbarkeit verschwunden.
Tests auf echten Geräten, Formularprüfungen und Rechtstexte sind ebenfalls schlechte Kürzungskandidaten. Ein Kontaktformular, das auf dem eigenen Laptop funktioniert, kann auf einem älteren Smartphone trotzdem scheitern.
Das Versprechen eines Website-Baukastens, dich in wenigen Wochen live zu bringen, kann für die technische Seite stimmen. Es umfasst aber nicht automatisch Inhalte, interne Abstimmung und Freigaben. Also genau die Blöcke, die im echten Projekt den größten Teil der Kalenderzeit fressen. Mehr dazu findest du in meiner Einordnung dazu, was hinter dem Baukasten-Versprechen steckt.
Fazit
Für die meisten Unternehmenswebsites sind 4 bis 12 Wochen realistisch. Eine vorbereitete kleine Website kann in 4 bis 6 Wochen live sein. Individuelle KMU-Websites mit mehr Inhalt brauchen häufig 6 bis 12 Wochen. Komplexe Projekte beginnen eher bei 12 Wochen.
Der Unterschied zwischen dem unteren und oberen Ende liegt selten nur an der Technik. Fertige Inhalte, ein klarer Umfang und schnelle Entscheidungen beeinflussen den Launch stärker als ein besonders schneller Code-Workflow. KI verkürzt die Umsetzung, nimmt dir diese Vorarbeit aber nicht ab.
Wenn du einen festen Termin im Kalender hast, kläre zuerst Umfang, Inhalte und Freigaben. Dann lässt sich früh sagen, ob der Zeitplan realistisch ist und welche Funktionen besser in eine zweite Phase gehören.
Schreib mir kurz, wann deine Website live sein soll und welchen Umfang du planst. Oft lässt sich in einem kurzen Austausch klären, ob der Zeitrahmen realistisch ist und was für einen sicheren Launch zuerst fertig sein muss.
mail@eugen.workDieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI ausformuliert und übersetzt.